Der thematische Hintergrund

Beim Projekt „Erzählte Energie, Energie aus Erzählen“ handelt es sich um ein Dokumentations- und Ausstellungsprojekt. Es geht einerseits um deutsche Energiegeschichte, die von fossiler Energie fort- und zu erneuerbaren Energien hinführt. Andererseits wird gezeigt, wie sich die energetische Modernisierung in Familienbiographien der letzten 50 Jahre reflektiert, die Migrationsbiographien sind und jene Einwanderungsgesellschaft konstituieren, als die Deutschland seit wenigen Jahren offiziell gilt. Dabei zeigt sich eine Neubildung und Modernisierung Deutschlands, die im Zeichen von Innovation, Wissen und Bildung steht, wenn der Weg von einer ersten und teils zweiten Einwanderergeneration, die schwere manuelle Arbeit (auch) im Energiesektor verrichteten, zu einer „Enkelgeneration“ zunehmend gut ausgebildeter Ingenieure und Akteure im Feld erneuerbarer Energien führt.

Ziel des Projekts

Projektziel ist die Sensibilisierung für Potenziale nur scheinbar unzusammenhängender, jedoch eng verbundener Aspekte gesellschaftlicher Entwicklung zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland und Europa von einem starken Krisenbewusstsein beherrscht sind. Zugleich sensibilisiert das Projekt für die Relevanz faktischer wie metaphorischer – gesellschaftlicher – Energien und wirkt im Sinne eines politisch geforderten „empowerments“ daran mit, Schüler­Innen und Studierenden mit Einwanderungsgeschichten – auch als zukünftigen Multiplikatoren – Perspektiven zu weisen, indem ihren Familienbiographien eine Stimme gegeben wird.

Die Ausstellung

Geplant ist die Erstellung einer multimedialen Wanderausstellung, in deren Zentrum Audio-, Video- und Schriftdokumentationen von Interviews mit Personen mit Migrationshintergrund stehen, die im Energiesektor arbeiten bzw. gearbeitet haben. Dabei werden idealerweise unterschiedliche Generationen je einer Familie erfasst. Hinzu kommen historische Dokumente und literarische Texte von MigrantInnen. Die Ausstellung wird zusammen mit Studierenden und Partnerorganisationen konzipiert, vorbereitet und implementiert. Konkret werden zur Ausstellungsentwicklung eine Anbahnungsphase (0,5 Jahre) und eine Dokumentations- und Implementierungsphase (1,5 Jahre) eingeplant. Ein weiteres halbes Jahr dient der ersten Durchführung der Wanderausstellung und ihrer reflektierten Optimierung. Neben den direkt beteiligten Institutionen wird die Ausstellung auch Schulen zur Verfügung gestellt werden. Eine Dokumentation in Buchform ist vorgesehen.